Thursday, May 21. 2009Im Sandkasten spielenTrackbacks
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Schöner Artikel. Nachdem die beiden vorherigen Artikel doch recht wirr und sprunghaft waren, finde ich hier einen in sich schlüssigen Text wieder. Ich hoffe, das hilft der Diskussion.
Mein Eindruck davon, wie Sandbox aussieht deckt sich mit Deinem und gerade die Abgrenzum zum "Metaplotspiel" ist auch für mich die Kernaussage. In wieweit das mit (Neo-)Oldschool zusammen hängt, weiss ich nicht, da ich mich mit Oldschool noch gar nicht beschäftigt habe.
Hm, ich finde den Artikel auch gelungen. Andererseits traf jedoch auch die Dreifaltigkeit bereits ziemlich elegant den Kern der Diskussion. Mit Metaplot hat all das aus meiner Sicht aber rein gar nichts zu tun. Das ist zwar mit der Sandbox tatsächlich nicht möglich, aber auch ohne nur ein optionales Feature und keineswegs Zwang.
Vielmehr geht es beim Hype des Sandkastens um eine simple Abwägung von Interessen: im einen Fall wird die Welt in Gänze simuliert. Auch für komplett unvorbereitete Ideen findet die Entwicklung des Geschehens simulativ statt und unterliegt eben nicht der gefürchteten Willkür des SL. Dafür bleibt jedoch womöglich die innere Konsistenz auf der Strecke. Genau dann nämlich, wenn die Zufallstabellen keine oder logisch nicht erklärbare Kombinationen ausspucken. Ein weiterer Kritikpunkt ist darüberhinaus die Unschärfe, wo eigentlich das aktiv-steuernde Eingreifen und die Willkür des SL anfängt. Denn die Entscheidung, die Würfel zu bemühen, um Zufallstabellen ins Spiel zu bringen, ist ja bereits ein Eingriff, der nicht gerechtfertigt wird. Aber das sind Peanuts.
In Summe gehts wohl um anderes: Wer ohnehin keinen Wert auf die "künstlerische" Komponente von Rollenspielen legt und wem sich Begriffe wie "Story" und "Drama" nur in der Rückbetrachtung erschließen oder für wen sowas im Zusammenhang mit Abenteuerrollenspielen gänzlich bedeutungslos bzw. zuwider ist, dem mag das natürlich vollkommen egal sein. Wer aber gerade diese Spielart des Hobbies schätzt, kann mit der Sandbox ebensowenig anfangen wie mit all dem ARS-Kram, seinen Ablegern und Epigonen.
Im Kern ist nämlich die gleiche Diskussion wie immer. Wieso nach den ganzen Diskussionen um ARS und Oldschool nun also mit der Sandbox die gleiche Sau mit vorhersehbarem Ergebnis durchs Dorf getrieben wird, erschließt sich mir nicht. Aber das steht auf einem anderen Blatt. vielleicht gehts da im Kern um Meinungs- und/oder Deutungshoheit. Erscheint mir nicht unplausibel. Schön jedenfalls, dass das Hobby mindestens zwei Gesichter hat.
Bleibt noch, mich für den obigen Artikel zu bedanken. War schön zu lesen.
KS schrieb: "Genau dann nämlich, wenn die Zufallstabellen keine oder logisch nicht erklärbare Kombinationen ausspucken." – Hier ist die Gegenantwort allzu einfach: Dann sind die Zufallstabellen schlecht.
Sandbox hat mit Zufallstabellen nix zu tun. Sandboxen kann man auch rein prozedural, also mit Regeln und Vorschriften wie sich die Welt zu entwickeln hat, die allein durch das Eingreifen der Charaktere von einem vorhersehbaren Fortgang modifiziert wird.
Hm, spannend. Dann habe ich entweder einfach noch keine gute Sandbox gesehen oder wir bewerten Zufallstabellen oder Regeln/Vorschriften unterschiedlich. Schaue ich mir gerne mal näher an. Kennst Du was empfehlen?
Zu den prozeduralen Sachen hab ich nix, ausser du zählst bestimmte Computerspiele (wie Creatures) dazu. Als ganz spannende Zufallstabellen habe ich die – ironischerweise auch von Skyrock hochgelobten – Night City Begegnungstabellen im Kopf. Außerdem natürlich die Partyregeln zu Cyberpunk in der Abenteuer. #3 .
Ich müßte selbst ein Traktat schreiben, um meine Vision einer Sandbox zu beschreiben.
Ah, danke Harald. Bin gerade im Hotel, aber nach der Rückkehr schaue ich mir das mal an. Die Abenteuer. habe ich ja zu Hause und vielleicht ist sogar auch noch Night City da (da hab ich aber meine Zweifel, denn das Cyberpunkzeugs hab ich vor zwei Jahren mal en gros bei EBay versilbert).
So ein Traktat Deinerseits würde mich davon abgesehen aber sehr interessieren. Der Ort ist mir eigentlich egal. Ich lese zwar die ganzen Foren und Blogs nur quer, aber bei theoretischen Themen schaue ich meistens rein.
Mein Eindruck ist momentan, dass die Diskussion um Sandbox lediglich ein weiteres Vehikel ist, (s)einen Spielstil zu promoten. Viele Leute greifen das Thema ebenso dankbar wie willfährig auf, um eine eigentlich vollkommen banale Komponente des Spiels ein bisschen aufzuwerten und sich dadurch selbst zu bauchpinseln. Momentan sehe ich da jedenfalls nicht viel Substanz. Vielleicht ist mir aber auch was entgangen. Ich lerne sehr gerne dazu. Magst Du mal was schreiben? Muss ja nicht viel sein.
Ansonsten ganz schnel zu Onno: es ist häufig nur für bestimmte Gelegenheiten genau geregelt, wann und wie moduliert werden soll. Magst Du mal auf Deinen Artikel verlinken?
In Oldschoolregelwerken ist normalerweise genau geregelt, wann und wie oft auf welche Zufallsbegegnungstabelle gewürfelt wird. Ich habe in „Old-school und Stil“ ja schon etwas über Probleme in diesem Zusammenhang geschrieben, der Sandkasten fällt in genau die gleiche Problematik, da er ja am gleichen Stil hängt.
Dem kann ich mioch zumindest in Teilen anschließen. So die erste Hälfte, dann nicht mehr so wirklich.
Was Sandbox angeht ist es sicherlich nicht die Neuerfindung des Rades, aber es legt einen Fokus auf Teile des Spiels, die sonst - gerade nach der kiesowschen Lehre viel zu kurz kamen. Dass das Ganze als eigener Spielstil propagiert wird kommt sicher aus der PC-Welt, wo es als eigener Spieltyp gehandelt wird. Dort ist es aber auch eine viel größere Neuerung als bei Rollenspielen. Trotzdem finde ich die Diskussionen über den Begriff gut, denn es fördert hoffentlich das ergebnis- und eigneltich auch "plotoffene" Spiel.
TheClone, Du baust da einen Strohmann auf. Es ist nämlich falsch, dass ARS, Oldschool, Sandbox und Konsorten im Gegensatz zu etwaigen Alternativen ein ergebnis- und/oder plotoffenes Spiel ermöglichen. Dass das in dieser Form häufig suggeriert wird oder zumindest für mich so durchklingt, finde ich problematisch. Die Alternative zu Sandbox und Konsorten ist eben NICHT die Abwesenheit von Ergebnisoffenheit und schon gar nicht Kiesow und DSA-Railroading. Die Diskussion entwertet sich selbst, wenn solche Kämpfe gegen Windmühlen geführt werden.
Ich sage nicht, dass Sandbox das Allheilmittel ist und auch nicht, dass es das einzige ist, was ergebnis-/plotoffenes spiel ermöglicht. Das kann man mehr oder minder überall machen. Aber bei Sandbox steckt es zu einem beträchtlichen Teil in der eigentlichen Definition. Natürlich gibt es auch heir Abarten, die das verneinen, aber das dürfte eine gewagte Interpretation von Sandbox sein. Ich finde es einfach nur gut, dass durch die Diskussion über Sandbox das ergebnis- und plotoffene Spiel in den Fokus gerät und vielleicht mehr Leute auf seine Seite zieht. Ergebnisoffen ist ja schon relativ gut angesehen, aber die Einflussmöglichkeit der Spieler welche Plots die Kampagne füllen scheint noch nicht so angekommen zu sein.
Ah, okay, verstehe. Dann hatte ich Dich falsch verstanden. So unterschreibe ich Deine Position auch. Danke für die Erläuterung!
Dein Beitrag wurde von rsp-blogs.de gewürdigt: http://rollenspiel.ning.com/profiles/blogs/rspblogsde-mai-laudatio
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